Soonwaldkonferenz, die Zweite

Schutz für unseren Schatz: Naturerbe Soonwald

* am 10. Juli 2010

* im Walderlebniszentrum Neupfalz, 55442 Stromberg

* von 11:00 bis 18:00 Uhr

Rahmenprogramm:

Tipi-Ausstellung zum Biotopverbund Wildkatze

Regionale Küche

 

Vielfalt ist Leben

Die Vereinigten Nationen (UN) haben 2010 zum Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt erklärt, um das Thema „Biodiversität" mit seinen vielen Facetten weltweit stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Der Kampf gegen das Artensterben ist neben dem Klimawandel eine der größten Herausforderungen im Umweltschutz. Es sind vor allem die gestörten natürlichen Stoffkreisläufe und der Lebensraumverlust, die die Vielfalt des Lebens von Pflanzen und Tieren auf der Erde bedrohen. Mehr als ein Drittel der durch die Weltnaturschutzunion (IUCN) untersuchten 47.677 Arten sind vom Aussterben bedroht. Täglich verschwinden bis zu 130 Tier- und Pflanzenarten von unserer Erde. Für uns der Anlass, die unterschätzte biologische Vielfalt in den heimischen Buchenwäldern, besonders auch im Soonwald, zum zentralen Thema der diesjährigen Soonwaldkonferenz zu machen.

Buchenwälder: rare Inseln der Biodiversität

Unsere heimischen naturnahen Laubwälder mit ihrem hohen Anteil an Buchenbeständen sind als Heimat unzähliger vom Aussterben bedrohter Arten ein weithin unterschätztes Kleinod der Biodiversität. Hier findet man auf kleinstem Raum tausende Tier- und Pflanzenarten, wovon hunderte auf der Roten Liste als bedroht gekennzeichnet sind. Zu diesen wertvollen Lebensräumen haben wir keine Alternative zu bieten: wir können sie nutzen und bewahren oder zerstören. Vögel, Bilche, Fledermäuse und zahllose Insekten nutzen Buchen als Lebensraum. Besonders wertvoll sind alte Buchen mit großer Krone und starkem Wuchs. Sie werden bevorzugt besiedelt und als Horst- und Höhlenbaum genutzt. Eine unvergleichliche Artenvielfalt nutzt auch die Laubstreu, den Buchenwaldboden bis hin zum Buchentotholz als Lebensraum. Zum Beispiel siedeln  - wie aus dem Nachhaltigkeitsbericht des Ministeriums für Umwelt und Forsten und Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz hervorgeht - etwa 1350 der rund 6000 in Deutschland vorkommenden Käferarten auf Totholz, von denen wiederum 60 Prozent auf der Roten Liste bedrohter Tierarten stehen. Von den totholzbesiedelnden Pilzen gelten 25 Prozent als gefährdet.

Waldschutz ist Klimaschutz

Unsere heimischen zusammenhängenden Waldgebiete stellen gigantische Kohlenstoffspeicher dar und binden das klimaschädliche Kohlendioxid aus der Atmosphäre. Besonders ältere Wälder haben diesen großen Schutzeffekt. Gleichzeitig stellt inzwischen der Klimawandel für den Wald die größte Bedrohung dar. Bäume sind aufgrund ihrer Langlebigkeit und Standortgebundenheit von klimatischen Veränderungen besonders betroffen.

Chronisch kranke Buchen  

Stark verschlechtert hat sich besonders der Zustand der deutschen Buchen. Die Hälfte der Bäume hat deutliche Schäden. Nur noch 18 Prozent der Buchen sind gesund.

Naturnaher Buchenwald unter Druck

Der Naturschutz im Wald und die naturnahe Waldwirtschaft stehen angesichts zunehmender Begehrlichkeiten von verschiedenen Seiten unter erheblichem Druck. Gefahren drohen durch Übernutzung alter Buchenbestände, mit steigenden Holzeinschlägen, zunehmender Wasserentnahme und Gesteinsabbau, Windkraftanlagen in sensiblen Waldgebieten, unangepasster Wilddichte, nicht eindeutig geklärter Verkehrssicherungspflicht und Interessenskonflikten zwischen Naturschutz, Tourismus, Forstwirtschaft und Jagd.

Wer rettet die nationalen Buchenwälder ?

Bei kaum einem Thema sind sich die Deutschen so einig, wie wenn es um die Rettung von Regenwäldern in anderen Kontinenten geht. Zahllose lobenswerte Initiativen dienen dem Schutz und Erhalt ferner Urwälder. Das geht so weit, dass Unternehmen dieses deutsche Engagement werbewirksam umsetzen können und sich z.B. die Fernsehzuschauer aufgefordert sehen, für eine Spende zum Erhalt des Regenwaldes mehr Bier zu trinken... Doch wie glaubwürdig sind solche Aktivitäten, wenn im eigenen Land die letzten Fragmente naturnaher Laubwälder nahezu unbeachtet irreparable Schäden erleiden ?

Wege aus der Krise

Für uns gilt deshalb: Die letzten naturnahen Buchenwälder Deutschlands müssen jetzt für die Zukunft gesichert werden! Wie reagieren wir auf diese Herausforderung ? Der Suche nach Antworten - nicht nur für das größte rheinland-pfälzische Forstgebiet Soonwald - haben wir das Programm unserer diesjährigen Soonwaldkonferenz gewidmet. 

„Naturnahe Laubwälder, insbesondere Buchenwälder,
 sind das flächenmäßig bedeutendste Naturerbe,
 das Deutschland zu bewahren hat."
Prof. Dr. Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND

Das Programm

BEGRÜSSUNG
Hansjochen Staege, Initiative Soonwald e.V.
Bernd Closen, Forstamt Soonwald

MODERATION:
Mario Schmiedicke, SWR (angefragt)
Monika Kirschner, Initiative Soonwald e.V.

 

Vormittag

Karl-Friedrich Sinner
Leiter Nationalpark Bayrischer Wald und Vorstandsmitglied von
EUROPARC Deutschland, dem Dachverband der nationalen Naturlandschaften
„Biologische Vielfalt in nationalen Wäldern "

Dr. Volker Grundmann  
Hessenforst, Abteilung Waldinventur
„Wildnis - eine Forderung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt - auch im Wald."

PAUSE

Dr. Patricia Balcar
Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft Rheinland-Pfalz, Abteilung Naturwaldreservate
„Biodiversität in Buchenwäldern"

Dr. Volker Scherfose
Bundesamt für Naturschutz,
Leiter des Referates Gebietsschutz/Großschutzgebiete
„Erfolgreiche Schutzstrategien für Buchenwälder"

DISKUSSION und MITTAGSPAUSE


Nachmittag

Das Beispiel SOONWALD

Eine Lobby für den Soonwald

Der Soonwald hat keine starke Lobby. Das hat historische Gründe. Der Soonwald ist nur dünn besiedelt, mit wenig Menschen und wenig Strassen. Er war jahrhundertelang eine nur mühsam zu überwindende Grenze zwischen Hunsrück und dem Nahetal. Das hat immer wieder von allen Seiten zu Raubzügen, Übergriffen und Begehrlichkeiten an den Wald geführt. Auch heute noch.

Die Initiative ist 1993 angetreten, dem Soonwald eine Stimme zu geben;  seine Interessen wirksam zu vertreten.

Dr. Erwin Manz
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)
Landesgeschäftsführer Rheinland-Pfalz e. V.
„Der Wert des Soonwaldes"

Hansjochen Staege
ehem. Forstamtsleiter Forstamt Entenpfuhl (heute Forstamt Soonwald)
Vorsitzender „Initiative Soonwald e.V."
„Ein Wald in Gefahr: der Soonwald"

PAUSE

IMPULSSTATEMENTS UND PODIUMSDISKUSSION ZU DEN KONFLIKTFELDERN:

  • Übernutzung
  • Wasserentnahme
  • Gesteinsabbau
  • Windkraftanlagen
  • Wildverbiss
  • Verkehrssicherungspflicht bei Bäumen

MIT

Dr. Harald Egidi, Forstliche Nachhaltigkeit, MUFV
Dr. Stefan Hill, Landesamtes für Umwelt, Wasser und Gewerbeaufsicht
Wasserwirtschaft (angefragt)
Gundolf Schrenk, Naturschutz und Landwirtschaft, MUFV
Thomas Boschen, Ökologischer Jagdverband
Prof. Dr. Elke Hietel, Fachhochschule Bingen
Dr. Erwin Manz, BUND, Landesverband Rheinland-Pfalz e. V.
Hansjochen Staege, Vorsitzender „Initiative Soonwald e.V."

ABSCHLUSS UND PRESSEERKLÄRUNG

 

Veranstalter:
Initiative Soonwald e.V.
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz e. V.

Veranstaltungsort:
Walderlebniszentrum Neupfalz, 55442 Stromberg
Tel.: 06724 / 6026-10
Fax:  06724 / 6026-11 




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