Wir sind für einen "Nationalpark Soonwald"

In der Präambel der "Satzung der INITIATIVE SOONWALD" vom 19. November 1993 steht:

"Im Europa der Regionen haben die wenigen verbliebenen Naturräume zentrale Bedeutung. Der Soonwald, eines der großen zusammenhängenden Waldgebiete Deutschlands, ist ein Naturraum von besonderer Qualität, den es unter allen Umständen zu erhalten und zu fördern gilt.

Dies bildet die Maxime der INITIATIVE SOONWALD."

Entsprechend dieser Maxime ist es für uns ein erstrebenswertes Ziel, dazu beizutragen, den Kern des Soonwaldes in einen Nationalpark umzuwandeln.

Soonwald als Herzstück der Regionalentwicklung

Wir sehen den Soonwald als Herzstück einer Regionalentwicklung, die letztlich einen viel größeren Raum umfasst: den Naturpark Soonwald-Nahe mit dem gesamten östlichen Hunsrück und das Naheland. Die Entscheidung für einen „Nationalpark Soonwald" beschränkt sich in seiner Konsequenz nicht nur auf den Soonwaldraum.

Soonwald als Herzstück einer Gesundheitsregion

Ein Nationalpark Soonwald könnte Motor einer Regionalentwicklung werden, die unsere Heimat europaweit als Gesundheitsregion mit einem wertvollen Buchenwaldgebiet im Zentrum, dem Bäderdreieck Bad Kreuznach, Bad Münster am Stein und Bad Sobernheim und einem Weinbaugebiet, positioniert. Eins solche Konstellation auf engen Raum ist in Europa einmalig.

Ohne Vision und koordiniertes Handeln kein Erfolg

Das ist unsere Vision von dieser Landschaft, die auch zukünftigen Generationen die Heimat erhält und gleichzeitig Wirtschaftskraft in den Raum bringen wird. Ohne solch eine Vision ist ein zielgerichtetes, erfolgreiches Handeln unserer Meinung nach unmöglich. Dazu gehört auch, dass die Akteure unserer Region mit und nicht gegeneinander agieren. Das wäre ein wirklicher Fortschritt, der allen weiterhelfen würde. Das „Regionalbündnis Soonwald-Nahe", unser Partner, der sich aus der Initiative Soonwald entwickelt hat, hat auf dem Weg dahin auch schon wertvolle Schritte geleistet; zum Beispiel in der Etablierung der Regionalmarke „SooNahe".

Die folgenden Informationen sollen helfen, die besonderen Gegebenheiten im Soonwald unter diesem Gesichtspunkt besser einschätzen zu können und unsere Haltung verständlich machen.

Grundlagen für einen „Nationalpark Soonwald" 

Geografische Lage:

etwa 8 400 ha Staatswald liegen zusammenhängend in guter Ausformung. Große Veränderungen durch Tausch oder Ankauf von Gemeinde- oder Privatwald sind nicht erforderlich.

Orografie (Geländegestaltung)

Drei Soonwaldrücken und flache Hochtäler, sowie z.T. tief eingeschnittene Bachtäler prägen die Landschaft und ziehen sich von SW nach NO durch den Staatswaldkomplex.

Geologie (siehe Tagungsband „Erste Soonwaldkonferenz", S. 16 ff.)

Auf den Höhenrücken finden sich markante Felspartien aus devonischem Quarzit, in den flacheren Partien meist verwitterter  Tonschiefer, in einigen steileren Teilen auch anstehender Tonschieferfels. 

Böden

Auf den Höhen überwiegend arme, oft felsige und steinige Böden aus nährstoffarmem Quarzit. In den Ebenen- meist Tonschiefer -herrschen großflächige nasse Pseudogleyböden vor.

Niederschläge

Am Soonwaldsüdrand, der an das regenarme Naheland mit 500 bis 600 mm Niederschlag angrenzt, misst man geringe Niederschläge. Im Zentrum des Soonwaldes, auf den Höhen, fallen 700 bis 900 mm Niederschlag. (der Soonwald hat 200 mm weniger Niederschlag als der Hochwald.)

Temperaturen

Die Jahresdurchschnittstemperaturen sind am Soonwaldsüdrand über 9° C Celsius und im Soonwaldzentrum mit knapp 7° C relativ hoch.

Wuchsbedingungen

Die Wuchsbedingungen sind bei relativ armen, vor allem kalkarmen, Böden, geringen Niederschlägen und hohen Temperaturen im Soonwald für die Holzproduktion nicht optimal. Die Ertragsleistung der Hauptbaumarten ist im  Schnitt eine Ertragsklasse geringer als im Hochwald.

Flora

(siehe Tagungsband „Erste Soonwaldkonferenz", S. 18 ff.)

Die Baumartenverteilung war im Staatswald des Forstamtes Soonwald (ohne Gauchsberg) ist: Buche 41 %, Eiche 15 %, anderes Laubholz 17% Fichte 21 %, anderes Nadelholz 6%.  Der Laubholzanteil ist mit 73% im Soonwald höher als in anderen möglichen Nationalparkprojekten. Durch systematische naturnahe Waldwirtschaft wurden sehr umfangreiche Naturverjüngungsbestände geschaffen.

Durch die Orkane: Vivien, Wibke, Lothar, Kyrill u.a. sind im Soonwald ca. 4 000 ha Windwurfflächen entstanden, die überwiegend mit Laubholz insbesondere Eichen aufgeforstet wurden. Durch die enorme Birkennaturverjüngung sind heute große Birkenbestände mit unterständigen Eichen, Buchen und anderen Laubhölzern sowie stamm- bis gruppenweise Fichte aus Naturverjüngung entstanden. Besonders interessant ist die Flora auf den Psdeudogleyböden, z.B. in den „Eschen", im „Weichholz", im „Schwabbelbruch" und auf den vielen Waldwiesen wie „Glashütterwiesen" und „Landwiesen", wo Orchideen und andere seltene Pflanzen zu finden sind.

Fauna

(siehe Tagungsband „Erste Soonwaldkonferenz", S. 22 ff.)

Der Soonwald ist seit der Zeit des „Jäger aus Kurpfalz" bekannt als Jagdgebiet, wo in den 50iger und 60iger Jahren des letzten Jahrhunderts die Diplomatenjagden stattfanden und bis in neuere Zeit Staatsjagden durchgeführt wurden. Der Reiz für diese Jagden war und ist in erster Linie das Rotwild, das im ganzen Soonwald vorkommt. Aber auch Sauen und Rehwild werden hier bejagt. In einem Nationalpark muss unserer Einschätzung nach auch gejagt werden, denn Bär, Wolf und Luchs, die früher die Wildbestände regulierten, gibt es hier nicht mehr. Wenn hier nicht mehr vom Menschen gejagt wird, vermehren sich Rot-, Schwarz- und Rehwild so stark, dass sowohl im Nationalpark als auch in dem benachbarten Gemeinde- und Privatwald große Schäl-, Verbiss- und andere Waldschäden sowie Schäden in der Landwirtschaft entstehen könnten. Auch  Wildkatze, Fuchs und Dachs können da kaum helfen.

 Vogelwelt

 (siehe Tagungsband „Erste Soonwaldkonferenz", S. 23 ff.)

Im Soonwald wurden, inklusive aller Durchzügler, 133 Vogelarten nachgewiesen, u.a. 6 Spechtarten, 6 Meisenarten, Trauerschnepper, Mauersegler, Wasseramsel, Eisvogel, Schwarzstorch, Uhu, Kolkrabe, Habicht, Sperber, Rotmilan, Mäusebussard und Turmfalke.

Amphibien und Reptilien

Neun Amphibienarten wurden nachgewiesen: Feuersalamander, Bergmolch, Teichmolch, Fadenmolch, Wasserfrosch, Grasfrosch, Erdkröte, Geburtshelferkröte, Gelbbauchunke, sowie von den Reptilien: Blindschleiche, Ringelnatter, Wald-, Zaun- und Mauereidechse und die Schlingnatter.

Insekten

Durch die vielen kleinen und mittelgroßen Weiher gibt es 27 Libellenarten. Außerdem wurden 14 Heuschreckenarten auf den Soonwaldwiesen nachgewiesen.

Verkehrstrassen

Im Staatswald Soonwald gibt es weder Siedlungsflächen noch gewerbliche Nutzungen. Deshalb finden sich auch nur eine geringe Zerschneidungen durch Verkehrstrassen. Nur zwei Landstraßen durchqueren den staatlichen Soonwald (Winterbach - Tiefenbach und Münchwald - Ellern). Die anderen Straßen (Münchwald-Gemünden, Argenthal-Dörrebach) liegen in den Randgebieten. Die Erschließung durch Forstwege ist sehr intensiv. Einige Wege könnten in einem Nationalpark zurückgebaut werden.

Wasser

Wenn auch die Niederschläge im Soonwald relativ gering sind, so gibt es doch viele Bäche, wasserführende Gräben und Bruchgebiete. Nach den Orkanen der 90iger Jahre wurden über 250 Tümpel und kleine Bruchgebiete angelegt.

Alle umliegenden Städte und Gemeinden beziehen Wasser aus Quellen des Soonwaldes. Wegen der nicht sehr hohen Niederschläge sollten die entnommenen Wassermengen nicht zu hoch sein, damit der Wald nicht leidet. Im Bereich des Staatswaldes sind bereits viele Quellennutzungen vorhanden. Nach einer Verlautbarung des Umweltministeriums bleiben in einem Nationalpark Wasserrechte und Bewilligungen unverändert bestehen.

(vergleiche: unsere Veranstaltung „Wald und Wasser" 2006 in Simmern)

Mögliche Nationalparkeinrichtungen

Bereits  bestehende Einrichtungen in geeigneter Lage, die in einem Nationalpark wichtig sein würden:

Forstamt Soonwald evtl. als Nationalparkforstamt

Walderlebniszentrum Neupfalz

Waldjugendherberge Sargenroth

Landschulheim Winterburg

„Haus Andreas" Jugendheim Waldfriede

Forsthäuser und Jagdhütten als Zentren für Werkstätten, und Unterkünfte.

Rund um das potentielle Nationalparkgebiet sind Wanderparkplätze mit Rundwanderwegen vorhanden.

Walderholungszentrum Opelwiese mit Rollstuhlwegen. Nicht weit entfernt von dem eventuellen Nationalpark liegt der Wildpark Rheinböllen mit früher im Soonwald heimischen Wildarten: Bär, Wolf, Luchs an der Autobahnabfahrt.

Naturpark Soonwald-Nahe

Ein Nationalpark  Soonwald wäre ganz vom erfolgreichen „Naturpark Soonwald-Nahe" umgeben. Besonders profitieren könnten Nationalparkbesucher auch von einer Kombination des Soonwaldes mit der Gesundheitsregion Nahe mit den Badeorten Bad Kreuznach, Bad Münster, Bad Sobernheim und den besonders schönen Gebieten um die Nahe mit den durch Vulkanismus gestalteten Felspartien (Rotenfels, Rheingrafenstein) und den Weinbergen. In den Seitentälern der Nahe finden sich auf engem Raum ungewöhnlich viele Burgen, Burgruinen und Schlösser.

Historische Besonderheiten

Die Wildburg liegt in der Mitte des Staatswaldes Soonwald. In der Nähe sind die Burgruine Koppenstein, das Schloss Gemünden, im Gräfenbachtal das Schloss Wallhausen, die Dalburg, die Rosenburg und die Gutenburg. Im Norden des Soonwaldes befinden sich der Hunsrückdom Ravengiersburg und die Nunkirche, im Süden die beiden tausendjährigen Kapellen: Willigis, Semendis und die Kirche Eckweiler.

An die frühere Eisenverhüttung erinnert die Gräfenbacherhütte mit den Resten des alten Hochofens. Auf den heutigen Glashütter Wiesen stand im 17.Jhrh. eine Glashütte. Um 1670 war in diesem Bereich ein Tiergarten, wo der Kurfürst von der Pfalz eine große Jagd veranstaltete. Das heutige Naturschutzgebiet Eschen zeigt uns, wie früher  ein Hutewald ausgesehen hat. 

Wanderwege

Im staatlichen Soonwald gibt es viele Forst- und Wanderwege, z.B. Rennweg, Petersborner Weg, Schwarzenborner Weg, Mengerschieder Weg, Landrichtweg, Wildburger Linie, Neuer Weg, Weiherweg, Triftweg, Ippenschieder und Gebroter Trift vorhanden. Der zertifizierte Premiumweg „Soonwaldsteig" geht quer durch den Staatswald über die höchsten Bergrücken.

Gastronomie und Hotellerie

In der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts war der Fremdenverkehr im Soonwald wesentlich  intensiver als heute.  Die Urlauber steuerten seltener Fernziele an .In der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts, als man mit dem Auto, Zug oder Flugzeug zu akzeptablen Preisen auch fernere Ziele  erreichen konnte, wurde die Attraktivität des Soonwaldes geringer. Einige gute Hotels wie  Waldfriede, Münchwald und Gräfenbacher Hütte mussten aufgeben.

Heute schon ist das Interesse für nähergelegene Erholungsgebiete durch teurer werdende Energiekosten für Flugzeuge, Bahn und Auto größer geworden.

Am Südrand des staatlichen Soonwaldes liegen die Gaststätten: Malepartus, Trifthütte, Hotel Beck, Münchheide, Haus Gräfenbach, Webersmühle, Gasthaus Spabrücken, Gasthaus am Argenthaler Waldsee, sowie Gastronomiebetriebe in  Rheinböllen, Tiefenbach und Gemünden, in weiterer Entfernung in Simmern, Kirchberg und im Kellenbach-, Gaulsbach-, Ellerbach- und Gräfenbachtal.

„EU LIFE-Natur-Projekt" für den Soonwald

Das aktuelle EU-Projekt stellt unserer Einschätzung nach ein besonderes Plus für einen möglichen „Nationalpark Soonwald" dar.  

Altbäume, Tümpel und Waldwiesen bieten zahlreichen Arten einen Lebensraum, die in ihrer Gesamtheit das FFH-Gebiet Soonwald so wertvoll machen. Das EU LIFE-Natur-Projekt Entwicklung von Feucht- und Nasswäldern im Soonwald widmet sich daher nicht nur den titelgebenden Feucht- und Nasswäldern, sondern sieht zahlreiche weitere Naturschutz- und Entwicklungsmaßnahmen vor."

(nach „Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz | 2011")

Viel Gestaltungsarbeit, die in einem neuen Nationalpark anfallen würde,  wird bereits jetzt im Forstamt Soonwald in Angriff genommen, z.B. die Wasserlaufgestaltung, der Rückbau von früheren Wasserläufen und einigen Wegen und die Entfichtung wertvoller Standorte.

Besucher

Als Besucher für einen möglichen „Nationalpark Soonwald" sind vor allem Erholungssuchende und Naturfreunde  aus den Ballungszentren Rhein/Main und Köln/Bonn zu erwarten. Die Entfernungen sind selbst für Tagestouristen akzeptabel. Die Ausfahrten der Autobahnen A 61 bei Stromberg, Rheinböllen und Waldlaubersheim sind nur wenige Kilometer von den Staatswaldgrenzen entfernt. Auch Busse könnten in einem Taktsystem rund um den Soonwaldkomplex fahren, welche die Besucher an die jeweiligen Eingänge und Wanderparkplätze bringen.

Probleme und Lösungen

Brennholz-Selbstwerber

Zur Zeit sind im Staatswald viele Selbstwerber aus Nah und Fern tätig, die dort große Mengen Buchen und anderes Laubholz in Durchforstungsbeständen aufarbeiten. Die Bedingungen sind gut, weil Waldarbeiter die gefährlichen Bäume fällen und ggf. auch an die Wegränder vorrücken. Das Vorrücken mit Spezialmaschinen ist auch deshalb besser, weil die Selbstwerber dann nicht selbst mit eigenem Schlepper fahren, der nur schmale Räder hat und Schäden an Boden und Wurzeln verursachen kann.

Das Wegenetz ist ausgezeichnet. Es gibt kaum Steillagen. Die Selbstwerber haben sich moderne Holzöfen gekauft, weil Öl, Gas und Kohle teurer geworden sind. Wenn die Brennholzselbstwerbung im Falle eines Nationalparks nicht mehr möglich ist, muss man statt dessen auf die Gemeindewälder ausweichen. Hier sind oft Steillagen und statt der gewünschten Buche überwiegend Eiche zu erwarten. Im Nationalpark fallen erhebliche Einnahmen durch die Brennholzselbstwerbung weg. Da in den ersten Jahren in einem Nationalpark 25% der Fläche erst in 30 Jahren in den Wildniszustand versetzt werden sollen, könnte man in mittelalten Buchenbeständen noch für die Wildnis geeignete Bäume dadurch fördern, dass man in einer Durchforstung die ungeeigneten herausnimmt und als Brennholz nutzt. In den 30 Jahren der Übergangsphase kann man versuchen, die Selbstwerber auf die überführten Lohebestände in den Gemeindewäldern zu lenken. In dieser Zeit sollten Methoden entwickelt werden, in denen  Gemeindewaldarbeiter oder Unternehmer mit modernen Techniken die Eichen in den ehemaligen Lohewäldern in Hanglage fällen und an die Waldwege rücken können. In den 50iger und 60iger Jahren sind viele gut trassierte Wege gebaut worden, so dass damals bereits viel Brennholz aufgearbeitet und abgefahren wurde. Die Gemeinden können dadurch keine großen Einnahmen aus dem Brennholz erwarten, hätten jedoch durch die Durchforstungsmaßnahme den Wald gepflegt und einen Wertgewinn. Zur Zeit sind neben den einheimischen Selbstwerbern auch einige Großunternehmer, die das Brennholz im Raum Mainz und Rheinhessen verkaufen, sowie Selbstwerber aus entfernten Gebieten im Staatswald Soonwald tätig. Bei diesen Gruppen wird man es im NLP ähnlich handhaben müssen wie viele Gemeinden mit begrenzten Brennholzmengen es tun, die den einheimischen Interessenten Priorität lassen.

Holzrücker

Die Unternehmer mit Rückemaschinen und ggf. Harvestern, die hier in der Region wohnen, fürchten um ihre Einsatzmöglichkeiten vor Ort. Nun werden heute die Rückearbeiten ausgeschrieben und häufig bekommen die heimischen Rücker nicht den Zuschlag, weil andere billiger sind. Ein guter heimischer Rücker, die Firma Stiehl, hat bereits aufgehört. Kommt der Nationalpark, dann müsste vielleicht auch ein weiterer Rücker aus der Region in die Nachbarreviere ausweichen. Bei dem Arbeitspensum, das auch im NLP noch jahrzehntelang anfällt durch Reduzierung der Nadelhölzer, kann man jedoch auch das Problem lösen.

Holzkäufer

Die Nadelholzkäufer aus dem Hunsrück (Morbach) decken ihren Bedarf überwiegend im Hochwald. Im Soonwald ist durch die vielen Orkane der Nadelholzanteil von 50% auf 30% zurückgefallen. Die älteren hiebsreifen Fichten waren besonders vom Windwurf betroffen. Deshalb sind die zu verkaufenden Mengen auf lange Zeit sehr gering, viel geringer als die Fichtenmengen im Hochwald.

Der fehlende Laubholzverkauf träfe in der Regel keinen heimischen Holzkäufer, weil das Laubholz meist weit weg, sogar bis nach Holland oder China verkauft wird.

Wegegebot

Das Wegegebot ist in modernen NLPs in der Regel nur in ganz sensiblen Zonen. Im NLP Berchtesgaden und  im NLP Hainich gibt es weder Betretungsverbote noch Wegegebote. Das Betretungsrecht sollte man nur in ganz sensiblen Bereichen wie Weichholz, Eschen und Schwabbelbruch einschränken. In einem NLP werden die wichtigsten Forst- und Wanderwege erhalten. Auf diesen Wegen  können die Waldbesucher alleine gehen oder durch Wanderführer oder biologische Wissenschaftler geführt werden.

Einige Wege und Pfade werden in Übereinstimmung mit Gemeinden und Behörden im NLP zurückgebaut, und evtl. auch einige neu gebaut.

Wer geht z.Zt. neben den Forstbediensteten und Jägern quer durch den Wald? Es sind die  Pilzsucher und die Abwurfstangensucher.

Die Pilzsucher sind zu 90 % Leute, die aus den Städten kommen, vor allem aus den Räumen Mainz, Wiesbaden, und die häufig die Pilze auf den Märkten anbieten. Die Stangensucher sind aus der Region.

Sonst gibt es außer einigen biologisch interessierten Waldläufern keine Besucher, die vom Weg abgehen.

Fast alle sonstigen Waldbesucher haben Angst, sich im Soonwald zu verlaufen. Durch die naturnahe Waldwirtschaft wäre es in  vielen Naturverjüngungsflächen, die wie eine dichte Wildnis wirken, auch schwierig, sich zurechtzufinden.

Viele Waldbesucher haben auch  Angst vor Zecken.

D.h.: Ein Wegegebot würde von 95 % der Besucher automatisch eingehalten. Nur die fast professionellen Pilzsucher aus den Städten sollten ggf. zurückgewiesen werden.

Jagd

Die Jagd im NLP muss im wesentlichen nach den gleichen Prinzipien erfolgen, wie sie heute praktiziert wird: als Gesellschaftsjagd oder Einzelansitz.- Es ist ungeschickt zu sagen: „Jagd findet  nicht mehr statt", obwohl es de facto Jagd ist, auch wenn man im NLP nur von Wildregulierung spricht und die Trophäenjagd ablehnt.

Hirsche ab Alter 4 werden geschont. D.h. : Für Waldbesucher im NLP und für Jäger in angrenzenden Revieren besteht eine größere Chance, auch mal ältere Hirsche zu sehen.

Es jagen die NLP-Bediensteten und einheimische Jäger. Eine zusätzliche Ausbildung ist erforderlich. Der Abschuss wird im Einvernehmen mit der Jägerschaft (Jagdbehörden, Rotwildring und Hegering) festgelegt.

Finanzielle Ertragsausfälle durch Stilllegung des bisherigen Forstbetriebes

Bedingt durch sehr schwache Standorte (geringe Niederschläge und arme Böden) gehört die Wuchsleistung der Bäume im Staatswald Soonwald zu den geringsten in Rheinland-Pfalz. In den anderen Staatswaldgebieten: im Hochwald, in den Eifel, im Westerwald und im Pfälzer Wald sind höhere Niederschläge, meist bessere Böden und ein wesentlich größerer Fichten- oder Kiefernanteil mit meist älteren und hiebsreifen Bäumen. Hinzu kommt, dass die großen Kahlflächen nach den Orkanen mit Eichen und anderen Laubhölzern wieder aufgeforstet wurden, die langsam wachsen und erst in hundert Jahren nennenswerte finanzielle Erträge bringen.

Wenn schon ein Staatswaldgebiet aus der Bewirtschaftung genommen wird, dann bietet sich der Soonwald an, weil sich dort auf längere  Zeit nur relativ wenige Erträge erwirtschaften lassen.

Resümee

Wir von der Initiative Soonwald befürworten die Einrichtung eines Nationalparks Soonwald. Wir erhoffen dadurch eine Profilierung im Wettbewerb der Regionen, die unsere Heimat aus der Benachteiligung und Dauer-Krise nachhaltig herausführt.

 

Für die Initiative Soonwald, der Vorstand

Hansjochen Staege, Winterbach

Monika Kirschner, Seesbach-Waldfriede

Dr. Volker Keller, Traben-Trarbach

Hilde Schmitt, Wallhausen

Eveline Mehler, Mörschbach

Karin Ochel-Spiess, Riesweiler

Bernd-Uwe Philippi, Seesbach

 

Initiative Soonwald e.V.

verantwortlich V.i.S.d.P.

Hansjochen Staege

Monika Kirschner (Pressesprecherin)

Jäger-aus-Kurpfalzstr. 1a

55595 Winterbach

Tel: 06756/856 


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