Eckweiler wurde Opfer des Kalten Krieges 

In den 70er Jahren – in Deutschland tobt die Nachrüstungsdebatte – gehört der Bundeswehr-Flugplatz Pferdsfeld fest in die westliche Verteidigungsstrategie. Täglich starten und landen 40 bis 50 Düsenjäger. Für die Dörfler ist das Militär Alltag, für die Hälfte der Familien auch Brötchengeber. Man arrangierte sich. „Bei Beerdigungen wurde 30 Minuten Flugpause gemacht“,
erinnert sich Flugsicherungsoffizier Norbert Müller aus Eckweiler. Mit der Umrüstung auf die Phantom-Jäger im Herbst 1975 wird der Lärm unerträglich. Die Lösung: freiwillige Umsiedlung des Dorfes in ein Neubaugebiet im nahen Bad Sobernheim. Die Bewohner fügen sich in das scheinbar Unvermeidliche.

„Damals war es nicht vorstellbar, dass der Flugplatz mal wegkommt. Wir haben in unserer Heimat, so weh es uns tat, keine Zukunft mehr gesehen“, sagt Werner Bohn. Er hat sich kommunalpolitisch für die Umsiedlung stark gemacht. Eine Vernunftentscheidung. „Die Jungen wären sowieso gegangen, das Dorf wäre auf Raten ausgestorben.“ Die ersten gehen 1979. Nach und nach leert sich das Dorf. Dann reißen Bagger alles nieder: die Häuser, die Schule, den Kindergarten, das Neubaugebiet aus den 60er Jahren. Am 26. Januar 1984 um halb zwei nachmittags wird der evangelische Kirchturm von Pferdsfeld gesprengt. Der damalige Pfarrer Manfred Wallnauer erinnert sich an das „seltsame Gefühl“, das ihn als Augenzeuge beschlich. 
Eine Initiative erreicht, dass die evangelische Kirche von Eckweiler unter Denkmalschutz gestellt wird, das rettet sie. 
Nach einem Artikel von ULRIKE KLÖS 

Heute beleben die Wüstung um die Kirche Eckweiler die Rinder des Landwirtes Klotz.

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