Aromatische Liköre

Liköre lassen sich aus fast allen Wildfrüchten und ihren verschiedenen Pflanzenteilen herstellen, da ihre konzentrierten Inhaltsstoffe durch den alkoholischen Auszug einen kräftigen Geschmack hinterlassen: zum Genuss und als Medizin. Gerade die extrem sauren Früchte, wie Schlehen und die bitteren Kräuter, wie Wermut, Malve oder das Tausendgüldenkraut sind seit Jahrhunderten in der Volksmedizin beliebt. Diese „bittere“ Medizin diente dazu Magen und Darm kräftig zu reinigen, notfalls mit Erbrechen. Die alten Brechmittel haben sich im Laufe der Jahrhunderte zur Leckerei des Likörs entwickelt: Der bittere Nachgeschmack ist geblieben. Zucker und Alkohol sind im Zeitalter der industrialisierten Nahrungsproduktion keine Kostbarkeiten mehr. Aber bei übermäßigen Genuß hat der Alkohol immer noch die altbekannte Wirkung. Das Wort „Likör“ stammt von „liquirizia“, die süße Wurzel, aber oft genug sind es bittere Wurzeln und Blätter, die zu dem verarbeitet werden, was wir heute einen Likör zu nennen gewohnt sind oder einen Kräuterbitter wie „Jägermeister“ oder „Underberg“.
Und vielleicht ist der starke bittere Espresso nach dem Essen heute noch ein Relikt der alten Methoden sich vor Vergiftung durch Bitterstoffe zu schützen, die ein Erbrechen auslösen. Erst im 17. Jahrhundert begann man „Brech“getränke und Verdauungshilfen mit Zucker und anderem Sirup zu versetzen. Der Weg endet bei dem Kultgetränk der Moderne „Coca Cola“, aus der schließlich der Zucker wieder herausgezogen werden musste, damit sie nicht dick macht.
Heute sind die Methoden sicher weniger drastisch, doch die „aufräumenden“ Wirkungen eines Kräuterschnapes wissen auch wir zu schätzen. Eine ausgewogene Verdauung und ein guter Appetites tragen auch heute noch dazu bei die seelischen Kräfte in die Balance zu bringen, zum beispiel mit dem „aufhellenden“ Johanniskraut.

Geeignet sind: 
Früchte:
Schwarzer Holunder, Brombeere, Schlehe, Hagebutte, Weißdorn
Blüten:
Löwenzahn, Rosen, Johanniskraut

200 g Früchte oder eine Handvoll Blüten in eine Flasche füllen mit Wodka oder Korn auffüllen. Nach Geschmack 50 bis 150 g Kandis zugeben. Die Flasche gut verschließen und bei Zimmertemperatur mindestens sechs Wochen ziehen lassen. Danach die Pflanzenteile abfiltern.

Die wilde Küche aus dem Soonwald steckt voller gesunder bioaktiver Substanzen. Es genügen schon ein paar Wildkräuter-Blättchen, zum Beispiel Sauerampfer. Das ersetzt manche Pille aus der Apotheke.

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